Warum am Schreibtisch stehen zu mehr Wohlbefinden führt

Es ist ein strahlender Morgen. Die Vögel zwitschern, die Sonne scheint und du sitzt am Küchentisch und isst noch schnell den letzten Löffel Porridge, bevor du dich ins Auto setzt und auf die Arbeit fährst. Im Büro angekommen holst du dir einen Kaffee, setzt dich an den Schreibtisch und beginnst mit den Aufgaben für heute. Zur Mittagspause setzt du dich in die Kantine, um dich direkt danach wieder auf den Schreibtischstuhl zu pflanzen. Nach Feierabend setzt du dich wieder ins Auto und zuhause aufs Sofa, bis du dich abends ins Bett legst, um am nächsten Tag dasselbe zu wiederholen.

Für dich klingt das nach einem normalen Tag. Für deinen Körper klingt das fast nach Körperverletzung – denn Sitzen ist so schädlich, dass es mittlerweile als „das neue Rauchen“ bezeichnet wird.
Warum am Schreibtisch stehen dagegen viel besser ist und was es dabei zu beachten gilt, erfährst du jetzt.

Stehen fördert deine Konzentration

Stehst du am Schreibtisch, wird dein Körper besser durchblutet. Und da Blut Sauerstoff transportiert, kommt davon auch mehr in deinem Gehirn an. Das kommt nicht nur deiner Konzentration zugute, sondern erhöht auch deine Produktivität und Kreativität. Wenn du also mal wieder ein Brett vorm Kopf hast, solltest du das Problem einmal im Stehen betrachten.

Stehen verringert das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Hast du gerade deine Beine übereinander geschlagen? Durch deine geknickte Haltung beim Sitzen wird der Blutfluss gehindert. Genauso wie dein Gehirn beim Sitzen nicht optimal mit Sauerstoff versorgt wird, bekommt auch dein Herz nicht genug von diesem wichtigen Stoff. Darüber hinaus kann dein Blutdruck ansteigen und deine Beine können das Blut nicht ordentlich zurück ins Herz pumpen. Die Folge: Herz-Kreislauf-Beschwerden aller Art. Von einfachen Ödemen über Thrombosen bis hin zu koronaren Herzkrankheiten und sogar Schlaganfällen kann zu viel Sitzen allerhand Probleme in deinem Körper anrichten, auf die du lieber verzichten willst.

Stehen verringert das Risiko für Diabetes Typ II

Sitzt du den ganzen Tag, kann das dein Risiko, später an Diabetes Typ II zu erkranken, um bis zu 90% erhöhen. Umgekehrt helfen dir Stehen und Bewegung, deinen Blutzuckerspiegel konstanter zu halten – vor allem nach dem Essen. Nutze also die nach dem Essen verblendenden Minuten in der Mittagspause für einen kurzen Spaziergang und arbeite danach eine Weile im Stehen.

Stehen verlängert deine Lebenserwartung

Zu langes Sitzen hat also ziemlich unschöne Folgen für deinen Körper. Es ist daher recht logisch, dass es dadurch auch Auswirkungen auf deine Lebensdauer hat. Legst du Wert auf ein möglichst langes und gesundes Leben, ist es spätestens jetzt an der Zeit, öfter mal zu stehen.

Stehen hilft dir, deine Figur zu halten

Jeder kennt den Neujahrsvorsatz, in diesem Jahr abzunehmen. Wie wäre es, wenn du den Neujahrsvorsatz in einen Ab-jetzt-Vorsatz verwandelst und dir vornimmst, einfach häufiger mal aufzustehen? Vom Stehen wird der Bizeps zwar auch nicht wachsen, doch es hat auch für die Figur einige Vorteile gegenüber dem Sitzen: Allein schon dadurch, dass deine Bauchmuskulatur im Stehen mehr beansprucht wird, verbrennt dein Körper etwa 30 Prozent mehr Kalorien als im Sitzen. In einer 5-Tage-Woche kannst du so bis zu 850 Kalorien zusätzlich verbrennen. Da schmeckt der Kuchen am Wochenende gleich doppelt so gut!

Stehen beugt Rückenproblemen vor

Das Thema Rückenschmerzen ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Dauerbrenner. Selbst Schulkinder klagen heutzutage schon über Probleme mit dem Rücken. Doch richtiges Stehen kann dir auch hier viel besser helfen, als in Schonhaltung auf dem Schreibtischstuhl zu bleiben. Die Betonung liegt hier auf „richtig“ – denn wenn du auch im Stehen stocksteif und verkrampft bleibst, entlastet das deinen Rücken nicht und wird die Probleme nur noch mehr verstärken.

Nur Bewegung hilft dir wirklich

Wo wir gerade bei „richtig“ sind: Die Forschung ist sich einig, dass zu langes Stehen auch nicht gesund ist. Im Gegenteil – es kann beispielsweise zu Hüftproblemen führen.
Was du aber definitiv tun solltest: Etwas Dynamik in deinen Alltag bringen. Eine abwechslungsreiche Mischung aus Sitzen, Stehen und Gehen wird dir und deinem Körper auf lange Sicht das Leben leicht machen:

  • 60% deines Arbeitstags solltest du mit dynamischem Sitzen verbringen. Das heißt, du streckst dich, lockerst ab und zu deine Schultern und wechselst öfters die Position.
  • 30% deines Arbeitstags solltest du stehen. Bleibe auch hier locker und wechsle öfter die Position. Ein smarter Schreibtisch wie unser Eliot erinnert dich, wenn es mal wieder Zeit zum Stehen ist.
  • 10% deines Arbeitstags solltest du Gehen. Tu deinem Körper etwas Gutes und trink genug, damit du den Weg zur Toilette antreten musst. Gehe – soweit möglich – zur Arbeit oder nimm das Fahrrad.

Da unser Körper auf Bewegung ausgelegt ist, solltest du jegliche starre Haltung vermeiden. Das tut vor allem deinen Gelenken und – ganz wichtig – den Bandscheiben gut. Denn Bandscheibenvorfälle entstehen vor allem durch eine einseitige Belastung wie zu langes Sitzen.

Die schlechte Nachricht zum Schluss

Leider müssen wir dir an dieser Stelle noch sagen, dass dir das Gym am Feierabend auch nicht hilft, acht Stunden sitzen auszugleichen. Umso wichtiger ist es deshalb, deinen Tag möglichst abwechslungsreich und bewegt zu gestalten – soll heißen: Halte dich an die 60-30-10-Regel und versuche, alle 20 Minuten eine kurze Stehpause einzulegen. Das führt auf lange Sicht zu mehr Wohlbefinden für dich und deinen Körper.

Fotoquelle Titelbild: © Shutterstock.com/Photographee.eu